Landessternwarte Heidelberg

Die Landessternwarte Heidelberg auf dem Westgipfel des Königstuhls ist eine vor allem historisch bedeutsame Forschungseinrichtung. Heute gehört sie zur Universität Heidelberg, die in ihr noch immer aktuelle Forschung betreibt.

Die Bergsternwarte war der Rechtsnachfolger der Mannheimer Sternwarte, die wegen der zunehmenden Verschlechterung der Beobachtungsbedingungen zunächst provisorisch verlegt wurde. Nach der Einigung auf den neuen Standort, weihte Großherzog Friedrich I. von Baden am 20. Juni 1898 die Großherzogliche Bergsternwarte auf dem Königstuhl feierlich ein.

Hauptarbeitsgebiet der Sternwarte war zunächst die Untersuchung kosmischer Gasnebel sowie die Suche nach Kleinplaneten. Unter der Leitung von Max Wolf und seiner Nachfolger wurden bis in die 1950er Jahre über 800 Kometen, Nebel und Kleinplaneten entdeckt. In Zusammenarbeit mit dem Wiener Astronom Johann Palisa entwarf Wolf den ersten Sternatlas für die Suche und Identifikation neuer Himmelskörper. Wolf optimierte die Astrofotografie und entdeckte auf fotografischem Wege einen Kometen sowie den Nordamerikanebel.

Heute arbeitet die Sternwarte auf den Gebieten der extragalaktischen und theoretischen Astrophysik und ist an internationalen Projekten der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und der NASA beteiligt.
Die Teleskope der Landessternwarte sind in sechs Beobachtungskuppeln untergebracht. Das Hauptgebäude beherbergt zudem eine umfangreiche Bibliothek mit etwa 23.500 Bänden. Die historischen Teleskope kommen heute hauptsächlich bei den öffentlichen Besichtigungen zum Einsatz.

Führungen durch die Sternwarte werden Donnerstags um 14:30 Uhr durchgeführt. Für eine Teilnahme ist eine telefonische Anmeldung und Terminanfrage notwendig. Nachmittagsführungen (bis 25 Personen) dauern eine Stunde, die Abendführungen (bis 20 Personen) dauern zwischen einer und zwei Stunden. Für die Teilnahme an Abendführungen wird warme Kleidung empfohlen. Die astronomischen Instrumente werden, je nach Gruppengröße und soweit die wissenschaftliche Arbeit nicht behindert wird, besichtigt und erläutert. Bei schönem Wetter können Abends ausgewählte Objekte des Sternenhimmels, tagsüber die Sonne und in seltenen Fällen der Planet Venus mit einem Fernrohr beobachtet werden.

Adresse
Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl
Königstuhl 12
69117 Heidelberg
Tel. 06221/54-1700

 

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