Der Grenzhof – Geschichte und Familie

Der kleine Weiler Grenzhof schaut auf eine lange Historie zurück. Unser Haus, inmitten des Weilers, ist ein fester Bestandteil dieser Geschichte: Bereits in vierter Generation bestimmt die Familie Kaiser die Geschicke des Hotel & Restaurant Grenzhof. Erfahren Sie auf dieser Seite alles Wissenswerte über den Grenzhof …

"Bereits in vierter Generation Ihr Gastgeber im Grenzhof"

Heidemarie Kaiser und Ulrike Kugler, geb. Kaiser

Die kleine Geschichte des Grenzhof

Schon im Jahre 771 n. Chr. wird der Grenzhof im Lorscher CODEX erwähnt. Damals bestand Heidelberg allenfalls aus ein paar ärmlichen Fischerhütten, als in „Gerinesheim“, dem heutigen „Grenzhof“, bereits wohlhabende Sippen ansässig waren. Diese Sippen schenkten die Gerinesheimer Güter in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts dem Kloster Lorsch.

Die bisherigen Eigentümer bewirtschafteten die Güter nun in Erbpacht oder als Lehen und genossen dafür den Schutz des Klosters, wofür sie allerdings noch Abgaben an die geistlichen Herren zu zahlen hatten.

Nach dem Verfall des Klosters Lorsch wechselten die Besitzer ständig, und so war Gerinesheim im Besitztum der Herren von Steinach, des Bischofs von Speyer, des Klosters Schönau und zuletzt ging es mit der Kurpfalz an Baden.

Vom Mittelater bis zur Neuzeit

Um 1300, zur Zeit der wirtschaftlichen Schwäche des Klosters Schönau, wurden die Grangien oder Meierhöfe in Gerinesheim an bäuerliche Familien verpachtet.

Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) blieben jedoch in nun „Gränessheim“ genannt – noch gerade zwei Häuser und zwei Scheunen übrig.

Nur langsam erholte sich der alte Weiler von der Zerstörungswut des Krieges und als 1683 der Kurfürst Karl die Erbpächter Jakob Schuh und Friedrich Link in Gränessheim ansiedelte, begann eine neue Ära auf dem Grenzhof.

Nach dem pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688-1697 und dem danach geschlossenen Frieden ging es den Pächtern fortan besser, so dass aus den zwei Höfen vier wurden und bis zum 18. Jahrhundert wieder acht Höfe entstanden.

Die Schafzucht war bis Ende des 19.Jahrhunderts ein Haupterwerbszweig der ansässigen Familien.

Die Erbpacht wurde am Ende des 19.Jahrhundert durch Zahlung der 20-fachen Jahrespacht in Besitztum umgewandelt. Nur der Wald blieb Gemeinbesitz und es wurde die heute noch existierende „Grenzhöfer Waldgenossenschaft“ gegründet.

 

Die Geschichte der Familie Kaiser

Die Geschichte der Familie Kaiser auf dem Grenzhof begann, als unsere Urgroßmutter, Katharina Kaiser geb. Hahn, Georg Wilhelm Kaiser aus dem Kraichgauer Hoffenheim heiratete. Sie bekam, als älteste von 6 Kindern, den heutigen Kaiser-Hof von ihrem Vater gekauft: Eine für damalige Verhältnisse sehr emanzipatorische Tat. Nach dem Tod ihrer Mutter zog sie ihre 5 jüngeren Geschwister groß und der Vater, der den eigenen Hof an der Stirnseite des Grenzhofs dem ältesten Sohn vererbte, wollte seiner Tochter damit seinen Dank ausdrücken.

Nachdem der Grenzhof lange Zeit selbständig war, wurde er 1934 an Heidelberg angeschlossen.

Katharina Kaiser hatte selbst 3 Kinder und der älteste Sohn, Ludwig Wilhelm übernahm mit seiner Frau Emma den Betrieb. Emma Kaiser war eine richtige „Dorfwirtin“ und bald wurde der Grenzhof ein beliebtes Ausflugsziel für die Anwohner aus den umliegenden Dörfern, die nach dem entbehrungsreichen Krieg das beginnende Wirtschaftswunder mit „Weißem Käse“ aus der Milch der eigenen Kühe hergestellt, Hausmacher Wurstplatten aus eigener Schlachtung und anderen deftigen Leckereien feierten.

Von der Postkutschenstation zum Gourmet-Restaurant

Heidemarie Kaiser, die durch Heirat mit Ernst Wilhelm Kaiser 1963 auf den Grenzhof kam, hat heute noch die Verantwortung für die Patisserie und Bäckerei des Hauses. Sie prägte die Dorfwirtschaft in dritter Generation und entwickelte sie zum regional angesehenen Speiselokal. Aus den „Fremdenzimmern“ wurde ein gemütliches, komfortables Hotel und Heidemarie Kaiser erkochte sich die ersten Auszeichnungen in Gault Millau, regionalen Führern und dem Feinschmecker.

Heute ist bereits die vierte Generation Ihr Gastgeber auf dem Grenzhof. Ulrike Kugler, geb. Kaiser, und Robert Wilhelm Kaiser arbeiten weiter an der „Grenzhof“-eigenen und inzwischen zur Marke gewordener Identität.

Das besondere Ambiente des Hauses und die besondere Auswahl an kompetenten und freundlichen Mitarbeitern zeichnen die persönliche, familiäre und doch elegante und zugleich gemütliche Atmosphäre aus. Ein bisschen Nostalgie und die lange Familientradition sollen immer zu spüren sein.

Zur Grenzhof-Marke gehört inzwischen auch der Grenzhof Bazar, der Grenzhof Weinzirkel, die Grenzhof Seminare mit Wein, Käse, Kochkursen und die Grenzhof Destille:

Schon von Anfang an war das Schnapsbrennen eine winterliche Arbeit der männlichen Familienmitglieder und diese Tradition setzt Robert Wilhelm Kaiser auch in diesen Tagen fort. Die hauseigenen Obstbrände lohnen genauso probiert zu werden wie eines der urigen Brennerfeschtl’ im Februar des Jahres.

Soweit ist sie geschrieben, die Geschichte des Grenzhofs.